Eine Frachtenbörse ist eine Online-Plattform, auf der Spediteure, Verlader und Frachtführer freie Ladungen und freie Fahrzeuge anbieten und anschließend Aufträge abschließen. Polnische Frachtführer entscheiden sich meist für Trans.eu oder TIMOCOM, Teleroute und Wtransnet ergänzen die Relationen nach Westen und Süden. Die beste Frachtenbörse ist die mit Ladungen auf Ihren Strecken, über den Erfolg entscheidet aber etwas anderes: ob Sie den Auftraggeber prüfen können, bevor Sie Ihr Fahrzeug zur Beladung schicken.
Dieser Beitrag vergleicht Frachtenbörsen und zeigt, wie Sie dort Transportaufträge sicher annehmen. Wenn Sie allgemeine Wege zu neuen Ladungen suchen, also Ausschreibungen, Direktvertrieb oder Branchenkontakte, finden Sie diese in unserem Beitrag zur Akquise von Transportaufträgen.
So funktioniert eine Frachtenbörse
Der Auftraggeber stellt ein Angebot ein: Ort und Termin der Beladung, Entladeort, Aufliegertyp, Gewicht und oft den Preis. Der Frachtführer filtert die Angebote nach seinen Strecken und seinem Fahrzeug, antwortet über den Messenger oder per Telefon und erhält nach Einigung über die Konditionen den Auftrag schriftlich. Das funktioniert auch umgekehrt: Der Frachtführer stellt ein freies Fahrzeug ein, z. B. „Curtainsider 13,6 m, morgen früh frei in Verona“, und die Spediteure melden sich von selbst.
Der Zugang ist kostenpflichtig und läuft über ein Abonnement. Jede der großen Börsen prüft die Unternehmensdaten, bevor sie eine Firma zulässt, doch die Prüfung bei der Registrierung ersetzt nicht Ihre eigene Kontrolle bei jedem Auftrag. Die Börse bringt die Parteien zusammen, den Frachtvertrag schließen aber Sie, und zwar mit einem konkreten Unternehmen.
Für viele Frachtführer ist die Börse ein ergänzender Kanal. Die Grundauslastung im Monat kommt oft aus einer festen Zusammenarbeit mit einer Spedition, die Börse füllt Rückladungen und freie Tage. So arbeitet ein Teil der Frachtführer aus unserem Frachtführerbereich: Sie fahren feste Linien und haben das ganze Jahr über Ladungen.
Frachtenbörsen in Polen 2026 im Vergleich
Alle Börsen in der Tabelle sind aktiv und nehmen neue Nutzer auf (Stand: 9. Oktober 2026). Preise nennen wir nur, wenn die Börse sie auf ihrer Website veröffentlicht.
| Börse | Reichweite (laut Börse) | Preismodell, Stand 9. Oktober 2026 | Prüfung der Geschäftspartner | Transporter bis 3,5 t |
|---|---|---|---|---|
| Trans.eu (Trans.eu Group S.A., seit 2004) | Nutzer aus 24 europäischen Ländern, über 40.000 verifizierte Unternehmen | Abo Trans for Carriers 530 PLN netto/Monat, 10 % Rabatt bei Zahlung für ein Jahr im Voraus | Prüfung vor der Freischaltung, Nutzerbewertungen, Zahlungsindex TransRisk | ja, Transporter-Filter und Angebot für Frachtführer bis 3,5 t |
| TIMOCOM | Angebote aus 46 Ländern, über 58.000 Unternehmen | ab 71,62 EUR/Monat (international), ab 5,88 EUR/Monat (national), bis zu 4 Wochen kostenlos testen | mehrstufige Prüfung, Profil mit Dokumenten, Durchschnittsbewertung, geschlossene Börse für vertrauenswürdige Partner | ja, eigene Börse bis 3,5 t |
| Teleroute (Alpega Group) | 29 Länder, über 85.000 Unternehmen | Preis auf Anfrage, Monatspakete | Lizenz und gültiger Versicherungsnachweis erforderlich; optionale Zahlungsgarantie mit Coface | keine Angaben auf der Website |
| Wtransnet | Spanien, Portugal, Frankreich | Preis auf Anfrage | verpflichtendes Qualitätssiegel QAP, Zahlungsschutz mit Coface | keine Angaben auf der Website |
| CargoON (Trans.eu Group) | Plattform für Verlader | Frachtführer kaufen keinen Zugang, der Verlader zahlt | in Trans.eu verifizierte Frachtführer | entfällt |
Wie liest man diese Tabelle? Trans.eu ist eine polnische Plattform und eine gute Wahl, wenn Sie innerhalb Polens und in Mitteleuropa fahren. TIMOCOM gibt Angebote aus 46 Ländern an und wird daher häufiger von Frachtführern mit Strecken nach Deutschland, in die Benelux-Länder oder nach Italien genutzt. Teleroute lohnt sich für Frankreich und Benelux, Wtransnet für Spanien und Portugal. Manche Frachtführer zahlen für zwei Börsen gleichzeitig, weil ein Monatsabo oft günstiger ist als eine einzige Leerfahrt zurück aus Spanien.
CargoON ist keine klassische Frachtenbörse für Frachtführer. Es ist ein System für Hersteller und Händler, die darüber ihre Ladungen vergeben. Für Frachtführer zählt, dass ein Teil dieser Angebote in der Trans.eu-Börse landet, Sie sehen also Ladungen direkt von Verladern.
Welche Frachtenbörse für Transporter bis 3,5 t?
Im Transportersegment ist der Umschlag schnell, Angebote verschwinden oft innerhalb einer Viertelstunde. TIMOCOM betreibt eine eigene Börse bis 3,5 t und ein günstiges Inlandspaket, Trans.eu hat einen Transporter-Filter und ein Angebot für Frachtführer bis 3,5 t. Für Inlandstransporte reicht meist eine Börse, für Expressfahrten ins Ausland ist eine größere Reichweite hilfreich.
Behalten Sie auch die Vorschriften im Blick. Seit dem 1. Juli 2026 müssen Transporter von 2,5 bis 3,5 t im grenzüberschreitenden Verkehr einen intelligenten Fahrtenschreiber haben, mehr dazu in unserem Beitrag über Fahrtenschreiber in Transportern ab 2026.
Aufträge aus der Frachtenbörse sicher annehmen
Die Börse prüft das Unternehmen bei der Registrierung. Sie prüft aber nicht für Sie, ob die Person, die im Namen dieses Unternehmens schreibt, dort wirklich arbeitet und ob für eine konkrete Fahrt auch gezahlt wird. Diese Kontrolle übernehmen Sie selbst, und zwar jedes Mal, wenn der Geschäftspartner neu ist.

Auftraggeber in 8 Schritten prüfen
- Prüfen Sie das Profil in der Börse: seit wann das Unternehmen registriert ist, welche Bewertungen es hat und bei Trans.eu auch den TransRisk-Index.
- Prüfen Sie das Unternehmen im CEIDG oder KRS (polnisches Gewerbe- bzw. Handelsregister), einen Geschäftspartner aus einem anderen EU-Land im VIES-System.
- Prüfen Sie, ob das Konto für die Zahlung auf der Weißen Liste der Umsatzsteuerpflichtigen steht, die von der polnischen Finanzverwaltung geführt wird.
- Vergleichen Sie E-Mail-Domain und Telefonnummer mit den Angaben auf der Website des Unternehmens. Ein Freemail-Postfach oder eine Domain mit einem einzigen geänderten Buchstaben ist ein Warnsignal.
- Rufen Sie unter der Nummer von der offiziellen Website des Unternehmens zurück, nicht unter der aus der E-Mail.
- Nehmen Sie Aufträge nur schriftlich an: Strecke, Termine, Preis, Regeln für Standgeld und Zahlungsziel.
- Lesen Sie die Zahlungsbedingungen. Ein Zahlungsziel von mehr als 60 Tagen, ein Abtretungsverbot und Originaldokumente als Voraussetzung für die Zahlung sind Klauseln, vor denen Trans.eu selbst warnt.
- Eine Änderung der Entladeadresse oder der Kontonummer akzeptieren Sie nur schriftlich und nach telefonischer Bestätigung im Unternehmen.
Betrugsmaschen gegen Frachtführer
Am häufigsten gibt sich ein Auftraggeber als bekannte Spedition aus. Er schreibt von einer Adresse, die der echten täuschend ähnlich ist, schickt einen korrekt wirkenden Auftrag, und nach der Entladung stellt sich heraus, dass das echte Unternehmen diese Fahrt nie beauftragt hat. Der Frachtführer bleibt ohne Bezahlung und ohne Geschäftspartner, den er zur Zahlung auffordern könnte.
Die zweite Masche ist ein gekapertes Börsenkonto. Der Betrüger erschleicht sich die Zugangsdaten, zum Beispiel über eine gefälschte Login-Seite, und stellt Ladungen aus dem Profil eines gut bewerteten Unternehmens ein. Aktivieren Sie deshalb die Zwei-Faktor-Authentifizierung, wenn die Börse sie anbietet (TIMOCOM nennt sie in seinen Sicherheitsinformationen), und melden Sie sich nie über Links aus E-Mails an.
Vorsicht auch bei einem Preis deutlich über Marktniveau, der ohne jede Verhandlung akzeptiert wird, und bei Bitten um Umladung oder Änderung des Entladeorts während der Fahrt.
Ladungsdiebstahl und Phantomfrachtführer
Derselbe Mechanismus richtet sich gegen Verlader. Ein falscher Frachtführer übernimmt über die Börse einen Auftrag für eine wertvolle Ladung und verschwindet nach der Beladung. Nach Daten des Hessischen Landeskriminalamts und deutscher Versicherer, über die Trans.info am 13. Mai 2026 berichtete, erreichten die Schäden dadurch in Deutschland im ersten Halbjahr 2025 17,5 Mio. Euro, 2024 wurden 266 solcher Fälle registriert.
Für ehrliche Frachtführer ergeben sich daraus zwei Schlüsse. Erstens geben sich Betrüger auch als echte Frachtführer aus, rechnen Sie also damit, dass die Spedition anruft und Dokumente verlangt. Zweitens ist die betrügerische Übernahme einer Ladung durch eine unberechtigte Person ein klassischer Streitfall mit dem Versicherer, deshalb sollten Sie den Deckungsumfang Ihrer eigenen Police kennen. Mehr dazu in unserem Beitrag über die Verkehrshaftungsversicherung (OCP) des Frachtführers.
Zahlungsfristen
In Polen sollte das Zahlungsziel bei Geschäften zwischen Unternehmen 60 Tage ab Zugang der Rechnung nicht überschreiten. Eine längere Frist ist nur zulässig, wenn die Parteien sie ausdrücklich vereinbaren und sie für den Gläubiger nicht grob unbillig ist. Ist der Schuldner ein Großunternehmen und Sie ein kleines oder mittleres Unternehmen, gilt die 60-Tage-Grenze ohne Ausnahme. Nach Fristablauf stehen Ihnen die gesetzlichen Verzugszinsen für Handelsgeschäfte zu, ohne gesonderte Mahnung.
In den Börsen helfen Zahlungsbewertungen sowie Inkasso- oder Zahlungsgarantie-Angebote. Teleroute bietet eine Zahlungsgarantie, bei der der Frachtführer mindestens 90 % der Forderung erhält, wenn der Kunde nicht zahlt. Das ist eine Zusatzleistung, prüfen Sie also die Bedingungen vor der Aktivierung.
Frachtenbörse oder feste Zusammenarbeit mit einer Spedition?
Die Börse bietet Flexibilität: Sie wählen Fahrt, Richtung und Preis von Tag zu Tag. Bezahlt wird mit dem Abo, mit der Zeit für die Ladungssuche und mit dem Risiko eines neuen Geschäftspartners bei jedem Auftrag. Die feste Zusammenarbeit mit einer Spedition kehrt diese Verhältnisse um: Sie haben weniger Auswahl, wissen aber, wie viele Kilometer Sie im Monat fahren und wann Sie Ihr Geld bekommen.

So sieht das bei Antrans BiS aus, einem Unternehmen mit 32 Jahren Markterfahrung, das vor allem Strecken zwischen Polen und Italien, Deutschland, Österreich, Spanien, Benelux, Skandinavien, Frankreich und Großbritannien bedient:
- feste Aufträge das ganze Jahr über, nicht nur in der Saison,
- Bezahlung für jeden gefahrenen Kilometer,
- Abrechnung in 30 Tagen und über 12.000 km im Monat,
- Tankkarten sowie Vorschüsse für Kraftstoff und Maut,
- Disponenten 24/7 erreichbar, auf Polnisch, Englisch, Deutsch und Italienisch.
Die Anforderungen sind einfach: Gemeinschaftslizenz, Verkehrshaftungsversicherung (OCP) mit einer Versicherungssumme von mindestens 100.000 EUR, Sattelzugmaschine mit Curtainsider, Planenauflieger, Mega-Auflieger oder Kühlauflieger, Nutzlast bis 24 t, am besten Euro 5 oder Euro 6 wegen der Umweltzonen (LEZ), sowie Fahrer mit Führerschein der Klasse C+E und Fahrerkarte.
Beide Modelle lassen sich kombinieren. Manche Frachtführer fahren feste Linien mit einer Spedition und nutzen die Börse als Reserve für Wochen, in denen ein Fahrzeug frei ist.
Häufige Fragen
Welche Frachtenbörse ist die beste?
Die eine beste Börse für alle gibt es nicht. Trans.eu bewährt sich im Inlandsverkehr in Polen und in Mitteleuropa, TIMOCOM hat Angebote aus mehr Ländern und eine starke Position in Westeuropa, Teleroute und Wtransnet ergänzen Frankreich, Benelux und die Iberische Halbinsel. Wählen Sie die Börse mit Ladungen auf Ihren Strecken und testen Sie sie, bevor Sie einen längeren Vertrag unterschreiben.
Ist eine Frachtenbörse kostenpflichtig?
Ja, Frachtführer zahlen für den Zugang ein monatliches Abonnement. Manche Börsen veröffentlichen Preislisten, andere nennen den Preis erst nach Kontakt mit dem Vertrieb. Einige bieten einen kostenlosen Testzeitraum an.
Kann man eine Frachtenbörse ohne Firma nutzen?
Nein, Frachtenbörsen sind für Transport-, Speditions-, Produktions- und Handelsunternehmen gedacht. Bei der Registrierung müssen Sie Ihre Unternehmensdaten angeben, und die Börsen prüfen sie, bevor sie den Zugang freischalten. Für den gewerblichen Güterkraftverkehr brauchen Sie außerdem eine entsprechende Lizenz.
Wie prüft man einen Auftraggeber aus der Frachtenbörse?
Prüfen Sie sein Profil und seine Bewertungen in der Börse, die Daten im polnischen CEIDG oder KRS bzw. im VIES sowie das Konto auf der polnischen Weißen Liste der Umsatzsteuerpflichtigen. Vergleichen Sie E-Mail-Adresse und Telefonnummer mit der offiziellen Website des Unternehmens und rufen Sie unter der Nummer von der Website zurück. Nehmen Sie den Auftrag nur schriftlich und mit klarem Zahlungsziel an.
Reicht eine Frachtenbörse, um ein Transportunternehmen zu tragen?
Man kann ausschließlich mit der Börse arbeiten, das bedeutet aber tägliche Ladungssuche und das Risiko neuer Geschäftspartner. Viele Frachtführer kombinieren die Börse mit einer festen Zusammenarbeit mit einer Spedition oder direkt mit Verladern. Feste Aufträge stabilisieren den Monat, die Börse hilft, Rückladungen zu finden.
Quellen
- Trans.eu: Frachtenbörse (Beschreibung, Zahl der Unternehmen und Länder)
- Trans.eu: Preisliste Trans for Carriers, gültig ab 1. Juni 2026 (PDF)
- Trans.eu: Sicherheit, TransRisk und Klauseln in Aufträgen
- TIMOCOM: Frachtenbörse, Preise und Verifizierung
- TIMOCOM: Frachtenbörse für Transporter bis 3,5 t
- Teleroute: Verifizierungsprozess
- Teleroute: Zahlungsgarantie
- Wtransnet: Beschreibung der Börse
- CargoON: Plattform für Verlader
- Polnisches Gesetz zur Bekämpfung übermäßiger Zahlungsverzögerungen im Geschäftsverkehr (ISAP)
- Polnisches Verzeichnis der Umsatzsteuerpflichtigen (Weiße Liste)
- VIES: Prüfung der USt-IdNr. in der EU
- Trans.info: Phantomfrachtführer in Deutschland, 13. Mai 2026
Sie haben eine eigene Sattelzugmaschine mit Auflieger und genug von der Ladungssuche in der Börse? In unserem Frachtführerbereich beschreiben wir die feste Zusammenarbeit: Aufträge das ganze Jahr über, Bezahlung für jeden Kilometer, Abrechnung in 30 Tagen und Tankkarten. Sie können uns auch anrufen: +48 666 666 863.

Geschäftsführer | Antrans BiS, Olkusz
Sebastian Szklarczyk leitet seit mehr als 15 Jahren die Entwicklung von Antrans BiS, einem Transportunternehmen, das Transporte in ganz Europa durchführt. Er begann als Leiter der Speditionsabteilung und sammelte dabei praktische Erfahrung in der Organisation internationaler Transporte und im Flottenmanagement auf europäischen Strecken.
Als Geschäftsführer verantwortet er die strategische Leitung eines Unternehmens, das jährlich mehr als 21.000 Transporte auf seinen wichtigsten Relationen durchführt: Polen-Italien, Polen-Deutschland, Polen-Österreich, Spanien, Benelux und Skandinavien. Unter seiner Führung hat Antrans BiS die Flotte auf 220 eigene Fahrzeuge und Partnerfahrzeuge ausgebaut und eine Lieferpünktlichkeit von 98 % erreicht.
Fachgebiete: internationale FTL-Transporte in ganz Europa, Automotive- und FMCG-Logistik, Optimierung europäischer Routen, Straßenverkehrsvorschriften und Fahrverbote in der EU sowie Transportdokumentation (CMR, VAT-UE, INTRASTAT).
Im Blog von Antrans BiS vermittelt er praxisnahes Wissen über internationale Spedition, Transportvorschriften und die betriebswirtschaftlichen Aspekte der Führung eines Transport-, Speditions- und Logistikunternehmens in verschiedenen europäischen Ländern.




