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Spediteur: Wer er ist, was er macht und was er 2026 in Polen verdient

Avatar of Sebastian Szklarczyk Autor: Sebastian Szklarczyk

Was verdient ein Spediteur? 8.150 PLN brutto, Median 2026 in Polen, Foto eines Lkw von Antrans BiS
Inhalt

Ein Spediteur organisiert den Transport von Waren: Er nimmt den Auftrag des Kunden an, findet Fahrzeug und Frachtführer, legt Route und Termine fest, achtet auf die Papiere und greift ein, wenn unterwegs etwas schiefgeht. Selbst fährt er keinen Lkw, er arbeitet am Telefon, per E-Mail und im Transportmanagementsystem. Nach Daten von Sedlak & Sedlak vom Januar 2026 liegt das mittlere Gehalt (Median) eines Spediteurs in Polen bei 8.150 PLN brutto im Monat.

In diesem Beitrag geht es um den Beruf. Wenn Sie Informationen über die Dienstleistung selbst suchen und darüber, was sie dem Versender bringt, lesen Sie unseren Beitrag darüber, was Spedition ist. Ich schreibe aus der Sicht von jemandem, der als Leiter einer Speditionsabteilung angefangen hat und heute täglich mit einem Team von Spediteuren zusammenarbeitet.

Was ist ein Spediteur

Das polnische Zivilgesetzbuch beschreibt den Spediteur als Unternehmer, der gegen Entgelt Sendungen versendet oder empfängt oder andere mit ihrer Beförderung verbundene Leistungen erbringt. Auf dem Arbeitsmarkt ist ein Spediteur schlicht ein Mitarbeiter eines Speditions- oder Transportunternehmens, der diese Aufträge abwickelt. Er steht zwischen drei Seiten: dem Kunden, der Ware versenden will, dem Frachtführer mit Fahrzeug und Fahrer sowie der Lade- und Entladestelle.

In polnischen Stellenanzeigen finden Sie auch Bezeichnungen wie Speditionsfachkraft, Transportplaner, Disponent oder Freight Forwarder. Der Disponent plant häufiger den Einsatz des eigenen Fuhrparks, der Spediteur sucht eher Fahrzeuge am Markt und verkauft die Leistung, doch in vielen Unternehmen gehen die Rollen ineinander über.

Was macht ein Spediteur im Arbeitsalltag

Zu den Aufgaben eines Spediteurs im Straßengüterverkehr gehören in der Regel:

  • Anfragen von Kunden bearbeiten und Angebote kalkulieren,
  • einen Frachtführer oder ein freies Fahrzeug aus dem eigenen Fuhrpark finden und den Preis verhandeln,
  • dem Fahrer Adressen, Zeitfenster und Ladevorgaben übermitteln,
  • Dokumente prüfen: Transportaufträge, CMR-Frachtbriefe, Ladelisten,
  • Fahrzeuge verfolgen und den Kunden über Verspätungen informieren,
  • Rückladungen planen, damit das Fahrzeug nicht leer zurückfährt,
  • den Auftrag abrechnen und Reklamationen bearbeiten.

Ein Spediteur arbeitet mit Frachtenbörsen, TMS-Systemen und einer Karte mit den Fahrzeugpositionen. Einen Vergleich der wichtigsten Börsen finden Sie in unserem Beitrag über Frachtenbörsen.

Wie sieht der Arbeitstag eines Spediteurs aus

Kein Tag gleicht dem anderen, doch in der internationalen Spedition folgt er oft einem ähnlichen Muster:

  • 7:30 Uhr, Flottencheck. Prüfen, wo die Fahrzeuge stehen und was nachts per E-Mail eingegangen ist.
  • 8:00 - 10:00 Uhr, Be- und Entladungen. Telefonate mit Fahrern und Lagern, Bestätigung, dass die Ware unterwegs ist.
  • 10:00 - 13:00 Uhr, Anfragen und Angebote. Preise kalkulieren, freie Fahrzeuge suchen, Arbeit an der Frachtenbörse.
  • 13:00 - 15:00 Uhr, Dokumente. Transportaufträge erstellen, CMR prüfen, Rechnungen vorbereiten.
  • 15:00 - 17:00 Uhr, Planung für morgen. Rückladungen und Fahrzeuggestellungen für die nächsten Tage festlegen.
  • Nach 17:00 Uhr, Bereitschaft. Pannen, Verzögerungen an der Grenze, Wochenendfahrverbote.
Zeitachse: typischer Arbeitstag eines Spediteurs vom morgendlichen Flottencheck bis zur abendlichen Bereitschaft
Beispielhafter Arbeitstag eines internationalen Spediteurs. Die Uhrzeiten sind Richtwerte und hängen vom Unternehmen und vom Dienstplan ab.

Der letzte Punkt ergibt sich daraus, dass Transport nicht um 17:00 Uhr endet. In Unternehmen, die rund um die Uhr fahren, arbeiten Spediteure im Schichtdienst oder übernehmen Bereitschaftsdienste. Bei Antrans sind die Spediteure für Frachtführer 24/7 erreichbar und sprechen mit ihnen Polnisch, Englisch, Deutsch und Italienisch. Aktuelle Stellenangebote für Spediteure veröffentlichen wir auf unserer Karriereseite.

Nationaler und internationaler Spediteur im Vergleich

Ein nationaler Spediteur betreut Transporte innerhalb Polens. Die Strecken sind kürzer, daher gibt es mehr Aufträge pro Tag, und eine Fremdsprache ist meist nicht erforderlich. Bei Stückgut und Paletten kommt es darauf an, Sendungen schnell auf einem Fahrzeug zu bündeln.

Ein internationaler Spediteur wickelt grenzüberschreitende Transporte ab, zum Beispiel von Polen nach Italien, Deutschland oder Spanien. Er muss das CMR-Übereinkommen, die Lenk- und Ruhezeiten, die Fahrverbote in den einzelnen Ländern und die Incoterms kennen, die festlegen, wer welchen Abschnitt des Transports bezahlt. Ohne mindestens eine Fremdsprache ist die Arbeit hier kaum möglich.

Daneben gibt es See-, Luftfracht- und Bahnspediteure. Ihre Arbeit hat mehr mit Zollpapieren und der Buchung von Frachtraum beim Frachtführer zu tun als mit Anrufen bei Fahrern.

Welche Fähigkeiten und Sprachen ein Spediteur braucht

Eine fachbezogene Ausbildung (Logistik, Transport) hilft, ist aber keine Voraussetzung. Häufiger zählen:

  • Ruhe unter Zeitdruck und schnelle Entscheidungen, wenn ein Fahrzeug ausfällt oder ein Lager die Entladung verweigert,
  • Verhandlungsgeschick, denn vom Preis beim Frachtführer hängt die Marge des Unternehmens ab,
  • gute Organisation, denn ein Spediteur betreut mehrere bis über ein Dutzend Fahrzeuge gleichzeitig,
  • Geografie und Grundlagen der Vorschriften: CMR, Lenk- und Ruhezeiten, Maße und Gewichte von Fahrzeugen,
  • sicherer Umgang mit dem Computer: E-Mail, Tabellenkalkulation, TMS, Frachtenbörse,
  • eine Fremdsprache in der internationalen Spedition, meist Englisch, auf Strecken nach Deutschland und Italien auch Deutsch oder Italienisch.

Hilfreich ist auch die Kenntnis der Dokumente, die einen Transport begleiten. Einen Überblick finden Sie in unserem Beitrag über Transportdokumente.

Zertifikate für Spediteure: PISiL, FIATA und fachliche Eignung

Für eine Anstellung als Spediteur in Polen ist gesetzlich kein Zertifikat vorgeschrieben. Schulungen helfen jedoch bei der beruflichen Entwicklung und in Gesprächen über eine Beförderung:

  • Die Polnische Kammer für Spedition und Logistik (PISiL) bietet einen Speditionskurs sowie einen Kurs nach einem Programm an, das von der FIATA, dem internationalen Spediteurverband, genehmigt wurde.
  • Das FIATA-Diplom in Spedition umfasst 15 Module, u. a. multimodalen Transport, Luftfracht, Zollverfahren und digitale Werkzeuge des Spediteurs. Die Kurse führen die nationalen Mitgliedsverbände der FIATA durch.
  • Die Bescheinigung der fachlichen Eignung im Straßenverkehr erhält man nach einer schriftlichen Prüfung. In Polen ist sie für die verantwortliche Person in einem Unternehmen vorgeschrieben, das eine Lizenz für die Vermittlung von Güterbeförderungen erhalten will, also zum Beispiel für einen Spediteur, der sich selbstständig macht.

Was verdient ein Spediteur in Polen 2026

Das Gehalt eines Spediteurs hängt von Berufserfahrung, Sprachen, Unternehmensgröße, Stadt und Prämiensystem ab. In vielen Unternehmen wird die Prämie aus der Marge der Aufträge berechnet, daher kann der Unterschied zwischen einem guten und einem durchschnittlichen Monat groß sein. Nachfolgend Daten aus drei polnischen Quellen, jeweils als monatliche Bruttobeträge.

StufeUnteres QuartilMedianOberes Quartil
Junior-Spediteur5.590 PLN6.300 PLN7.540 PLN
Spediteur6.950 PLN8.150 PLN9.850 PLN
Senior-Spediteur7.610 PLN9.210 PLN11.270 PLN

Quelle der Tabelle: Sedlak & Sedlak, landesweite polnische Gehaltsstudie, Stand Januar 2026, Stichprobe von 718 Spediteuren. Der Median für Spediteure auf Fachkraftebene liegt bei etwa 5.886 PLN netto bei einem regulären Arbeitsvertrag.

Der Gehaltsreport 2026 von Hays Poland nennt für internationale Spediteure eine Spanne von 8.000 - 14.000 PLN brutto, am häufigsten angeboten werden 10.000 PLN. Ein Speditionsleiter liegt dort bei 10.000 - 16.000 PLN brutto, meist bei 14.000 PLN.

Das polnische Jobportal Pracuj.pl zeigt auf Basis der Gehaltsspannen in Stellenanzeigen (Stand 9. Oktober 2026) einen Median von 10.000 PLN brutto. Deutlich sind auch die Unterschiede zwischen den Städten: In Städten mit über 250.000 Einwohnern liegt der Median bei 12.333 PLN, in Orten mit bis zu 25.000 Einwohnern bei 8.000 PLN.

Zum Vergleich: Das polnische Statistikamt GUS nannte in seiner Erhebung zur Gehaltsstruktur für Oktober 2024 (veröffentlicht im Februar 2026) einen Durchschnitt von 7.679,15 PLN brutto für die Berufsgruppe der Vermittler unternehmensbezogener Dienstleistungen, zu der Spediteure gehören.

Wie die Verdienste am anderen Ende der Leitung aussehen, beschreiben wir in unserem Beitrag darüber, was ein Lkw-Fahrer verdient.

Karriereweg in der Spedition

Der typische Weg in einem Transport- und Speditionsunternehmen führt über vier Stufen:

  1. Junior-Spediteur. Unterstützt erfahrene Kollegen, hält Kontakt zu Fahrern und Lagern, lernt Dokumente und Frachtenbörsen kennen.
  2. Spediteur. Wickelt Aufträge selbstständig ab und betreut eigene Kunden oder Frachtführer.
  3. Senior-Spediteur. Betreut die größten Kunden oder die schwierigsten Relationen und arbeitet neue Kollegen ein.
  4. Speditionsleiter oder Teamleiter. Verantwortet das Ergebnis der Abteilung, die Preise und das Personal.
Karriereweg eines Spediteurs und Bruttogehaltsspannen in Polen 2026 nach Sedlak & Sedlak und Hays
Karriereweg eines Spediteurs mit monatlichen Bruttospannen. Quellen: Sedlak & Sedlak (Januar 2026), Hays Poland (Gehaltsreport 2026).

Manche Spediteure gründen nach einigen Jahren eine eigene Spedition. Dafür braucht man in Polen eine Lizenz für die Vermittlung von Güterbeförderungen, die Bescheinigung der fachlichen Eignung und den Nachweis der finanziellen Leistungsfähigkeit.

Vor- und Nachteile des Berufs Spediteur

Vorteile:

  • schneller Einstieg, denn viele Unternehmen stellen auch ohne Berufserfahrung ein,
  • ein Gehalt, das mit der Erfahrung steigt, und leistungsabhängige Prämien,
  • Arbeit mit Menschen aus ganz Europa und täglicher Einsatz von Fremdsprachen,
  • greifbare Ergebnisse: Der Lkw ist losgefahren, die Ware ist angekommen.

Nachteile:

  • Stress und Unvorhersehbarkeit, denn eine Panne oder ein Stau an der Grenze wirft die Tagesplanung um,
  • Anrufe außerhalb der Arbeitszeit und Bereitschaftsdienste in Unternehmen, die rund um die Uhr arbeiten,
  • Margendruck und Verhandlungen in beide Richtungen,
  • Verantwortung für fremde Ware und Termine.

Häufige Fragen

Was macht ein Spediteur?

Ein Spediteur organisiert den Transport von Waren von der Auftragsannahme bis zur Entladung. Er sucht einen Frachtführer oder ein Fahrzeug aus dem eigenen Fuhrpark, verhandelt den Preis, gibt dem Fahrer Anweisungen, achtet auf die Dokumente und informiert den Kunden über den Verlauf des Transports. Zum Schluss rechnet er den Auftrag ab.

Wie bekommt man ohne Erfahrung einen Job als Spediteur?

Am einfachsten gelingt der Einstieg als Junior-Spediteur oder Assistent in einer Speditionsabteilung, in der das Unternehmen eine Einarbeitung bietet. Hilfreich sind Fremdsprachenkenntnisse, Grundkenntnisse der europäischen Geografie und ein sicherer Umgang mit dem Computer. Ein Speditionskurs ist keine Pflicht, zeigt dem Arbeitgeber aber, dass der Bewerber die Grundlagen kennt.

Kann man ohne Studium Spediteur werden?

Ja. Arbeitgeber verlangen selten einen Hochschulabschluss, häufiger erwarten sie einen weiterführenden Schulabschluss, eine Fremdsprache und Stressresistenz. Ein Studium in Logistik oder Transport erleichtert den Einstieg, das praktische Wissen erwirbt man aber ohnehin im Job.

Ist Spediteur ein harter Job?

Es ist ein anspruchsvoller Job, denn ein Spediteur betreut mehrere bis über ein Dutzend Fahrzeuge gleichzeitig und muss schnell auf Pannen, Verspätungen und Planänderungen reagieren. Für Menschen, die gut mit Zeitdruck umgehen und gern mit anderen in Kontakt sind, kann er erfüllend und gut bezahlt sein.

Was ist der Unterschied zwischen Logistiker und Spediteur?

Ein Spediteur organisiert den Transport konkreter Ladungen und kümmert sich um Frachtführer, Routen und Dokumente. Ein Logistiker hat ein breiteres Aufgabenfeld und plant den gesamten Warenfluss im Unternehmen, einschließlich Einkauf, Bestände, Lager und Distribution. Die Spedition ist einer der Bereiche der Logistik.

Quellen

Antrans sucht Spediteure, Disponenten und Fahrer. Wenn Sie bei Transporten nach Italien, Deutschland, Österreich und Skandinavien in einem Team arbeiten möchten, das rund um die Uhr im Einsatz ist, sehen Sie sich die aktuellen Angebote auf unserer Karriereseite an.

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