Spedition bedeutet, den Transport von Waren im Auftrag eines Versenders zu organisieren: Der Spediteur wählt Frachtführer und Fahrzeug aus, legt Route und Termine fest, bereitet die Dokumente vor und behält die Sendung bis zur Entladung im Blick. Eigene Lkw braucht er dafür nicht, er haftet aber dafür, wem er die Ladung anvertraut. Für den Versender ist ein Speditionsunternehmen ein einziger Ansprechpartner statt mehrerer Frachtführer, Telefonate und Rechnungen.
Im Folgenden erkläre ich, worin sich Spedition und Transport unterscheiden, wie ein Speditionsauftrag Schritt für Schritt abläuft, wofür der Spediteur und wofür der Frachtführer haftet und wie Sie ein Unternehmen prüfen, bevor Sie ihm Ihre Ware anvertrauen. Ich schreibe aus der Sicht eines Unternehmens, das seit 32 Jahren zugleich Frachtführer und Spedition ist.
Spedition: Was ist das? Die Definition im polnischen Recht
In Polen ist die Spedition in Art. 794 des Zivilgesetzbuchs (KC) definiert. Mit dem Speditionsvertrag verpflichtet sich der Spediteur gegen Entgelt und im Rahmen seines Unternehmens, eine Sendung zu versenden oder zu empfangen oder andere mit ihrer Beförderung verbundene Leistungen zu erbringen. Er kann im eigenen Namen oder im Namen des Auftraggebers handeln.
Aus den folgenden Vorschriften (Art. 795-804 KC) ergeben sich einige Punkte, die für den Versender wichtig sind:
- Der Spediteur haftet für die Frachtführer und weiteren Spediteure, die er zur Ausführung des Auftrags eingesetzt hat, es sei denn, ihn trifft bei ihrer Auswahl kein Verschulden (Art. 799).
- Der Spediteur kann den Transport selbst durchführen. Dann hat er zugleich die Rechte und Pflichten eines Frachtführers (Art. 800).
- Der Spediteur muss die Rechte des Auftraggebers gegenüber dem Frachtführer sichern, zum Beispiel einen Schaden fristgerecht anzeigen (Art. 798).
- Ansprüche aus dem Speditionsvertrag verjähren nach einem Jahr (Art. 803).
In Fragen, die diese Vorschriften nicht regeln, gelten für den Speditionsvertrag die Bestimmungen über den Auftragsvertrag entsprechend (Art. 796).
Spedition und Transport: Worin unterscheidet sich der Spediteur vom Frachtführer?
Der Frachtführer schließt einen Frachtvertrag (Art. 774 KC) und befördert die Ware physisch mit seinem Fahrzeug. Der Spediteur schließt einen Speditionsvertrag und organisiert den gesamten Ablauf: Er findet ein Fahrzeug, verhandelt den Preis, gibt Anweisungen weiter und sammelt die Dokumente ein. In der Praxis verbinden viele Unternehmen beide Rollen, sodass dieselbe Firma mal als Spediteur und mal als Frachtführer auftritt. Mehr über die reine Transporttätigkeit lesen Sie in unserem Beitrag darüber, was ein Transportunternehmen macht.
Die dritte Rolle, mit der die Spedition oft verwechselt wird, ist der Logistikdienstleister. Er übernimmt neben dem Transport auch Lagerung, Kommissionierung und Distribution.
| Kriterium | Spediteur | Frachtführer | Logistikdienstleister |
|---|---|---|---|
| Aufgabe | organisiert Transport und Dokumente | befördert die Ware physisch | Transport plus Lagerung, Kommissionierung, Distribution |
| Rechtsgrundlage | Speditionsvertrag, Art. 794 KC | Frachtvertrag, Art. 774 KC, im grenzüberschreitenden Verkehr das CMR-Übereinkommen | mehrere Verträge, meist ein Logistikvertrag |
| Eigener Fuhrpark | nicht erforderlich | ja | meist teilweise |
| Typische Versicherung | OCS (Haftpflicht des Spediteurs) | OCP (Verkehrshaftungsversicherung) | OCS, OCP und Lagerversicherung |
| Für wen | Versender, die einen festen Ansprechpartner für den Auftrag wollen | Versender mit regelmäßiger Ladung auf einer festen Strecke | Unternehmen, die ihre gesamte Logistik auslagern |

Was macht ein Speditionsunternehmen?
Der Leistungsumfang hängt vom Vertrag ab, doch ein typisches Unternehmen, das Spedition und Frachtführer in einem ist, übernimmt für den Versender folgende Aufgaben:
- nimmt die Anfrage entgegen und erstellt ein Angebot mit dem Gestellungstermin des Fahrzeugs,
- wählt die Transportart (Komplettladung FTL, Teilladung LTL, Palettentransport, Schwertransport) und den Aufliegertyp,
- wählt den Frachtführer aus und prüft seine Lizenz und seine OCP-Versicherung,
- gibt dem Fahrer Adressen, Zeitfenster und Ladeanforderungen weiter,
- erstellt oder vervollständigt die Dokumente: Transportauftrag, CMR-Frachtbrief, Ladungsspezifikation,
- überwacht den Transport und reagiert auf Verspätungen, Pannen und Fahrverbote,
- sammelt nach der Entladung die quittierten Dokumente ein und rechnet die Fracht ab,
- wickelt die Reklamation ab, wenn die Ware beschädigt ankommt.
Im Alltag erledigt diese Aufgaben eine konkrete Person. Wie ihre Arbeit aussieht, habe ich in einem eigenen Beitrag über den Beruf beschrieben: was ein Spediteur macht.
Wie läuft ein Speditionsauftrag ab? Schritt für Schritt
Am Beispiel einer Komplettladung aus Kleinpolen (Małopolska) nach Norditalien:
- Anfrage. Der Versender nennt Lade- und Entladeadresse, Warenart, Gewicht oder Palettenzahl und den Wunschtermin. Bei Antrans nutzen Sie dafür das Formular für Transportangebote im Kundenbereich.
- Angebot. Der Spediteur prüft verfügbare Fahrzeuge, Maut und Fahrverbote auf der Strecke und nennt dann Preis und Gestellungstermin.
- Auftrag. Nach der Annahme bestätigen beide Seiten die Bedingungen schriftlich: Strecke, Termine, Preis, Zahlungsziel sowie Anforderungen an Auflieger und Ladungssicherung.
- Fahrzeuggestellung. Der Spediteur übermittelt dem Versender Kennzeichen und Fahrerdaten und dem Frachtführer vollständige Anweisungen.
- Beladung. Der Fahrer übernimmt Ware und Dokumente, der Versender stellt den CMR-Frachtbrief aus.
- Transport und Überwachung. Der Spediteur verfolgt die Position des Fahrzeugs, prüft, ob der Plan mit den Lenk- und Ruhezeiten des Fahrers vereinbar ist, und informiert den Kunden über Änderungen.
- Entladung und Abrechnung. Der Empfänger quittiert den CMR-Frachtbrief, das quittierte Dokument geht an den Spediteur zurück, und der Spediteur stellt die Rechnung.

Im internationalen Verkehr kommt hinzu, wer welchen Streckenabschnitt bezahlt und wer das Risiko trägt. Diese Fragen regeln die Incoterms, und den Ablauf des Transports bestätigt der CMR-Frachtbrief. Beide Themen behandeln wir in eigenen Blogbeiträgen.
Internationale Spedition: Was beim Transport ins Ausland hinzukommt
Internationale Spedition ist die Organisation eines Transports, bei dem Lade- und Entladeort in verschiedenen Staaten liegen. Für den Versender liegt der Unterschied vor allem in der Zahl der Punkte, auf die er achten muss:
- den Beförderungsvertrag im grenzüberschreitenden Straßenverkehr regelt das CMR-Übereinkommen, nicht das polnische Zivilgesetzbuch,
- der Frachtführer braucht eine Gemeinschaftslizenz,
- auf der Strecke gelten unterschiedliche Lkw-Fahrverbote an Wochenenden und Feiertagen, in manchen Städten außerdem Umweltzonen,
- bei Sendungen außerhalb der Europäischen Union kommt die Zollabfertigung hinzu.
Antrans bedient Verbindungen von Polen nach Italien, Deutschland, Österreich, Spanien, in die Benelux-Länder, nach Skandinavien, Frankreich, England und in die übrigen EU-Länder, im Export, Import und in der Kabotage.
Haftung von Spediteur und Frachtführer: OCS und OCP
Diese Frage stellt sich bei jedem Schaden: Wer zahlt, wenn die Ware beschädigt ankommt?
Der Spediteur haftet für die sorgfältige Auswahl des Frachtführers und für seine eigenen Tätigkeiten. Seine Haftung deckt die Haftpflichtversicherung des Spediteurs, in Polen OCS genannt. Der Frachtführer haftet für die Ware von der Übernahme bis zur Ablieferung an den Empfänger und versichert sich mit einer Verkehrshaftungsversicherung (OCP). Einzelheiten zu diesen Policen finden Sie in unserem Beitrag über die OCP-Versicherung des Frachtführers.
Entscheidend sind die Haftungsgrenzen. Im Inlandsverkehr darf die Entschädigung für Verlust oder Beschädigung der Sendung ihren gewöhnlichen Wert nicht übersteigen, es sei denn, der Schaden beruht auf Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit (Art. 788 KC für den Frachtführer, Art. 801 KC für den Spediteur). Im internationalen Verkehr begrenzt das CMR-Übereinkommen die Haftung des Frachtführers auf 8,33 Sonderziehungsrechte (SZR) je Kilogramm Rohgewicht der fehlenden Ware. Bei leichter, teurer Ladung kann dieser Betrag weit unter ihrem Wert liegen.
Deshalb sollte der Versender bei wertvoller Ware nach einer Warentransportversicherung fragen und nicht nur nach der OCP. Versender bei Antrans sind mit einer Warentransportversicherung über 300.000 EUR je Schadenfall abgesichert, mit Klauseln für Raub, Diebstahl, grobe Fahrlässigkeit und Auslieferung der Ware an Unberechtigte.
Befördert der Spediteur die Ware mit eigenem Fahrzeug, haftet er nach Art. 800 KC wie ein Frachtführer. Für den Versender ist das einfacher, weil es kein weiteres Glied in der Kette gibt, auf das sich die Schuld abwälzen lässt.
Wann lohnt sich eine Spedition?
Der Spediteur erhält ein Entgelt für die Organisation, deshalb muss nicht jeder Transport über ihn laufen. Nach meiner Erfahrung lohnt sich eine Spedition vor allem, wenn:
- das Unternehmen keine Logistikabteilung hat und niemand die Preise und Frachtführer auf der jeweiligen Strecke kennt,
- die Transporte unregelmäßig sind: mal mehrere Lkw pro Woche, dann eine Pause,
- die Ware in mehrere Länder geht und jede Richtung einen anderen Frachtführer erfordert,
- der Termin knapp ist und es darauf ankommt, schnell ein Fahrzeug zu finden,
- die Ladung ungewöhnlich ist, zum Beispiel übergroß, und passende Technik und Genehmigungen nötig sind.
Hat der Versender eine feste Relation und ein großes, planbares Volumen, kann er einen Vertrag direkt mit einem Frachtführer in Betracht ziehen. Dann muss er sich aber selbst um Ersatz kümmern, wenn ein Fahrzeug ausfällt oder ein Fahrer aus dem Dienstplan fällt. Eine Zwischenlösung ist ein Unternehmen mit eigenem Fuhrpark und Speditionsabteilung: Feste Strecken fährt es mit eigenen Fahrzeugen, Spitzen und ungewöhnliche Ziele deckt es über Partner ab.
Wie wählt man ein Speditionsunternehmen? Checkliste
Prüfen Sie vor dem ersten Auftrag diese acht Punkte:
- Lizenz für die Vermittlung von Güterbeförderungen. In Polen erteilt sie der Starost (Landrat). Das polnische Gesetz über den Straßentransport verlangt dafür unter anderem eine finanzielle Leistungsfähigkeit von 50.000 EUR und die Bescheinigung der fachlichen Eignung des Verkehrsleiters.
- OCS-Police und Versicherungssumme. Lassen Sie sich die Gültigkeit der Police bestätigen.
- Eigener Fuhrpark oder nur Vermittlung. Ein Unternehmen mit eigenen Fahrzeugen hat mehr Kontrolle über Termine und Fahrzeugzustand.
- Ein fester Ansprechpartner für den Auftrag. Ein persönlicher Disponent spart Zeit, weil Sie den Fall nicht mehreren Personen erklären müssen.
- Einblick in die Fahrzeugposition. GPS-Zugang für den Kunden erspart Anrufe mit der Frage, wo die Ware gerade ist.
- Reaktionszeit auf Anfragen. Ein guter Test dafür, wie das Unternehmen reagiert, wenn unterwegs etwas schiefgeht.
- Schriftliche Bedingungen. Der Auftrag sollte Preis, Termine, Zahlung, Haftung und die zugrunde gelegten allgemeinen Bedingungen nennen (z. B. die Allgemeinen Polnischen Speditionsbedingungen, OPWS).
- Warentransportversicherung. Fragen Sie, ob sie Diebstahl und Raub unterwegs abdeckt.
Den umfassenderen Prozess der Partnersuche und -prüfung, einschließlich der Abfrage in Registern, beschreiben wir im Ratgeber wie man ein Transportunternehmen findet.
Antrans: Frachtführer und Spedition in einem Unternehmen
Antrans BiS verfügt über eine Flotte von 220 Fahrzeugen, eigenen und Partnerfahrzeugen, und führt über 21.000 Transporte pro Jahr mit einer Termintreue von 98 % durch. Ein Disponent betreut den Auftrag vom Angebot bis zur Entladung, der Kunde sieht die Sattelzugmaschine per GPS, und unsere Disponenten sind rund um die Uhr erreichbar. Während der Bürozeiten beantworten wir Preisanfragen in der Regel innerhalb von 60 Minuten. Wir übernehmen FTL-, LTL-, Paletten- und Schwertransporte.
Häufige Fragen
Womit befasst sich eine Spedition?
Eine Spedition organisiert den Transport von Waren im Auftrag eines Versenders. Der Spediteur wählt Frachtführer und Fahrzeug aus, legt Route und Termine fest, bereitet die Dokumente vor, überwacht den Transport und rechnet den Auftrag ab. Eigene Lkw braucht er dafür nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Spedition und Logistik?
Die Spedition betrifft die Organisation des Transports einer bestimmten Sendung von A nach B. Logistik ist ein weiter gefasster Begriff und umfasst den gesamten Warenfluss, darunter Beschaffung, Lagerung, Kommissionierung und Distribution. Die Spedition ist also ein Teil der Logistik.
Welche Speditionsleistungen gibt es?
Zu den Speditionsleistungen gehören unter anderem Versand und Empfang von Sendungen, die Auswahl des Frachtführers, die Erstellung der Transportdokumente, die Überwachung des Transports und die Abrechnung der Fracht. Der Spediteur kann auch Umschlag, Warentransportversicherung oder Zollabfertigung organisieren. Der genaue Umfang hängt vom Vertrag mit dem Kunden ab.
Was ist internationale Spedition?
Internationale Spedition ist die Organisation eines Transports, bei dem Be- und Entladung in verschiedenen Staaten stattfinden. Im Straßenverkehr unterliegt der Beförderungsvertrag dann dem CMR-Übereinkommen. Der Spediteur muss außerdem Fahrverbote, Maut und eine mögliche Zollabfertigung in jedem Land auf der Strecke berücksichtigen.
Braucht ein Speditionsunternehmen eine Lizenz?
Ja. In Polen ist für die Vermittlung von Güterbeförderungen im Straßenverkehr eine Lizenz erforderlich, die der Starost (Landrat) erteilt. Eine der Voraussetzungen ist die Bescheinigung der fachlichen Eignung des Verkehrsleiters, eine andere der Nachweis ausreichender finanzieller Leistungsfähigkeit.
Quellen
- Polnisches Zivilgesetzbuch, konsolidierte Fassung Dz.U. 2026 Pos. 795 (Art. 774, 788, 794-804), ISAP
- Polnisches Gesetz über den Straßentransport, konsolidierte Fassung Dz.U. 2025 Pos. 1490 (Art. 5b, 5c, 7a), ISAP
- Übereinkommen über den Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr (CMR), Dz.U. 1962 Nr. 49 Pos. 238, ISAP
- Protokoll zum CMR-Übereinkommen vom 5. Juli 1978, Dz.U. 2011 Nr. 72 Pos. 382, ISAP
Sie haben Ware für den Versand innerhalb Polens oder ins Ausland? Beschreiben Sie Strecke und Ladung im Kundenbereich, und ein Disponent meldet sich mit Preis und Gestellungstermin. Sie können uns auch anrufen: +48 666 666 863.

Geschäftsführer | Antrans BiS, Olkusz
Sebastian Szklarczyk leitet seit mehr als 15 Jahren die Entwicklung von Antrans BiS, einem Transportunternehmen, das Transporte in ganz Europa durchführt. Er begann als Leiter der Speditionsabteilung und sammelte dabei praktische Erfahrung in der Organisation internationaler Transporte und im Flottenmanagement auf europäischen Strecken.
Als Geschäftsführer verantwortet er die strategische Leitung eines Unternehmens, das jährlich mehr als 21.000 Transporte auf seinen wichtigsten Relationen durchführt: Polen-Italien, Polen-Deutschland, Polen-Österreich, Spanien, Benelux und Skandinavien. Unter seiner Führung hat Antrans BiS die Flotte auf 220 eigene Fahrzeuge und Partnerfahrzeuge ausgebaut und eine Lieferpünktlichkeit von 98 % erreicht.
Fachgebiete: internationale FTL-Transporte in ganz Europa, Automotive- und FMCG-Logistik, Optimierung europäischer Routen, Straßenverkehrsvorschriften und Fahrverbote in der EU sowie Transportdokumentation (CMR, VAT-UE, INTRASTAT).
Im Blog von Antrans BiS vermittelt er praxisnahes Wissen über internationale Spedition, Transportvorschriften und die betriebswirtschaftlichen Aspekte der Führung eines Transport-, Speditions- und Logistikunternehmens in verschiedenen europäischen Ländern.




