FTL ist die Komplettladung: Ein Unternehmen bucht den gesamten Sattelauflieger, und die Ware fährt von der Rampe des Versenders direkt zum Empfänger, ohne Umschlag und ohne fremde Ladung. LTL ist der Sammelgutverkehr (Groupage): Sie zahlen nur für die belegten Lademeter (LDM) oder Palettenstellplätze, und Ihre Sendung läuft zusammen mit der Ware anderer Versender über Terminals. Über die Wahl entscheiden drei Zahlen: wie viele LDM die Ladung belegt, wie viel sie wiegt und bis wann sie ankommen muss.
Im Folgenden zeige ich, wie Sie LDM berechnen, wie Frachtführer Lademeter in Kilogramm umrechnen und ab welcher Sendungsgröße sich in der Regel ein ganzer Lkw lohnt. Wie viele Paletten auf einen Auflieger passen, beschreiben wir separat im Beitrag wie viele Paletten auf einen Lkw passen, die Preise pro Kilometer in der Lkw-Preisübersicht für 2026.
Was ist FTL, also eine Komplettladung?
FTL (Full Truck Load) bedeutet, dass der Sattelzug aus Sattelzugmaschine und Auflieger exklusiv für einen Auftraggeber fährt. Es spielt keine Rolle, ob die Ware die gesamten 13,6 m Ladefläche füllt oder nur die Hälfte: Sie bezahlen das Fahrzeug, meist als Preis pro Fahrt oder pro Kilometer. Dafür erhalten Sie eine Beladung, eine Entladung und eine Route ohne Umwege über Terminals.
Im internationalen Straßengüterverkehr ist FTL die Standardleistung auf Relationen wie Transport Polen - Italien oder Polen - Deutschland. Typisches Fahrzeug ist ein Curtainsider oder Mega-Auflieger mit rund 13,6 m Innenlänge und bis zu 24 t Nutzlast. Einen ganzen Lkw bucht man auch für kleinere Ladungen, wenn sie direkt zugestellt werden müssen, eine konstante Temperatur brauchen oder keinen Umschlag vertragen. Einen FTL-Auftrag können Sie im Kundenbereich von Antrans BiS kalkulieren lassen, indem Sie den Typ „FTL - Komplettladung“ wählen.
Was ist LTL, also Sammelgut?
LTL (Less than Truck Load) bezeichnet den Transport von Sendungen, die nur einen Teil des Aufliegers belegen. In Polen heißt das „drobnica“ (Stückgut), im internationalen Verkehr auch Groupage. Der Anbieter holt Paletten bei vielen Versendern ab, bringt sie ins Terminal und bündelt sie zu vollen Lkw für die jeweilige Relation; am Zielort wird die Ware erneut sortiert und an die Empfänger zugestellt.
Der Preis im LTL-Verkehr hängt von der belegten Fläche (LDM oder Palettenstellplätze), vom tatsächlichen oder frachtpflichtigen Gewicht und von der Entfernung ab. Für einen niedrigeren Preis als beim ganzen Fahrzeug nehmen Sie eine längere Laufzeit, feste Abfahrtstage der Linie und mindestens einen Umschlag in Kauf.
Teilladung (PTL)
Zwischen Sammelgut und Komplettladung liegt die Teilladung, auch PTL (Partial Truck Load) genannt. Meist sind das einige bis gut ein Dutzend Lademeter, die direkt vom Versender zum Empfänger fahren, allerdings in einem Auflieger, der mit einer anderen Ladung geteilt wird. Manche Unternehmen führen PTL nicht als eigene Leistung und kalkulieren eine solche Ladung individuell, als große Sammelgutsendung oder als FTL mit Beiladung.
Lademeter (LDM): so berechnen Sie ihn
Ein LDM (Lademeter) ist ein Meter Auflieger-Länge über die volle Breite, die in Berechnungen mit 2,4 m angesetzt wird. Ein Standardauflieger mit 13,6 m Länge hat also 13,6 LDM. Die Formel für eine einzelne Ladeeinheit lautet:
LDM = Länge der Ladung (m) x Breite der Ladung (m) / 2,4
| Ladeeinheit | Grundfläche | LDM |
|---|---|---|
| Europalette EUR/EPAL | 1,2 x 0,8 m | 0,4 |
| Industriepalette | 1,2 x 1,0 m | 0,5 |
| Halbpalette | 0,8 x 0,6 m | 0,2 |
| Kiste | 2,4 x 1,2 m | 1,2 |
| Ganzer Standard- oder Mega-Auflieger | 13,6 x 2,4 m | 13,6 |
Die Formel erfasst die Bodenfläche, nicht das Volumen. Eine Palette mit 1 m Höhe und eine mit 2,4 m Höhe belegen gleich viele LDM, wenn sich nichts daraufstellen lässt.

Gestapelte Paletten
Ist die Ware stapelbar, belegen zwei übereinander gestellte Europaletten zusammen 0,4 LDM, nicht 0,8. Das muss der Versender allerdings im Auftrag angeben, und die Verpackung muss den Druck der oberen Lage aushalten. In einem Standardauflieger mit ca. 2,7 m Innenhöhe passen zwei Lagen bei Einheiten bis ca. 1,3 m Höhe einschließlich Palette. Mehr Spielraum bietet ein Mega-Auflieger mit rund 3 m Innenhöhe.
Nicht stapelbare Ladung blockiert den Raum über sich, deshalb haben viele Frachtführer im Sammelgut eigene Tarifregeln für solche Paletten. Geben Sie in Ihrer Anfrage immer an, ob die Paletten stapelbar sind.
Umrechnung: Wie viele Kilogramm entsprechen 1 LDM?
Im Sammelgut zahlen Sie für den höheren von zwei Werten: das tatsächliche oder das frachtpflichtige Gewicht. Der Frachtführer rechnet LDM in Kilogramm um, weil eine leichte, aber sperrige Ladung Platz belegt, den er keinem anderen Kunden mehr verkaufen kann.
Der Umrechnungsfaktor ist nicht gesetzlich festgelegt, jeder Frachtführer nennt ihn in seinen Geschäftsbedingungen oder seiner Preisliste. Einige Beispiele:
- Raben Logistics Polska setzt in der Vergütungsanlage zu seinen Allgemeinen Beförderungsbedingungen 1 Lademeter = 1.500 kg und 1 m³ = 330 kg an. Für eine Europalette ergibt das 0,4 x 1.500 = 600 kg.
- JAS-FBG wendet in seiner seit dem 22. April 2025 gültigen Frachttabelle 1 LDM = 1.500 kg an (für Packstücke, die gleichzeitig 1,7 m Länge und 1,2 m Breite überschreiten), außerdem 1 m³ = 300 kg.
- Im internationalen Groupage-Verkehr setzen viele Frachtführer 1.850 kg pro 1 LDM als Mindestgewicht für die Abrechnung an.
In der Praxis sollten Sie mit 1.500-1.850 kg pro 1 LDM rechnen und den Wert immer im Angebot prüfen. Woher kommt diese Größenordnung? Ein Auflieger hat 13,6 LDM und rund 24 t Nutzlast, auf einen Lademeter entfallen also im Schnitt ca. 1.765 kg (24.000 / 13,6). Der Faktor gleicht leichte und schwere Ladungen so aus, dass ein voller Lkw im Tarif ungefähr so viel wiegt, wie er transportieren kann.
FTL oder LTL: die Leistungen im Vergleich
| Kriterium | FTL (Komplettladung) | LTL (Sammelgut, Groupage) |
|---|---|---|
| Was Sie bezahlen | das ganze Fahrzeug, Preis pro Fahrt oder Kilometer | belegte LDM oder Palettenstellplätze, tatsächliches oder frachtpflichtiges Gewicht |
| Kosten pro Ladeeinheit | niedrig bei vollem Lkw, hoch bei wenigen Paletten | niedrig bei kleinen Sendungen, steigen bei großen |
| Laufzeit | am kürzesten, Fahrt ohne Stopps in Terminals | länger, abhängig von den Abfahrtstagen der Linie und der Sortierung |
| Umschlag | keiner, eine Beladung und eine Entladung | mindestens einer, meist im Versand- und im Empfangsterminal |
| Schadensrisiko | geringer | höher, jeder Umschlag ist ein weiterer Staplervorgang |
| Ladetermin | nach Wunsch des Versenders, einschließlich Uhrzeit | nach dem Abholplan des Anbieters |
| Anforderungen an die Ware | flexibel, Seiten- oder Dachbeladung möglich | Paletten oder Umverpackungen, Etiketten, Standardmaße |
| Wann es sich lohnt | große, eilige, wertvolle oder empfindliche Ladungen | wenige Paletten, flexibler Termin, regelmäßige kleine Sendungen |

Beispiel: 6 Europaletten und 18 Europaletten
Zwei Ladungen auf derselben Strecke, zum Beispiel von Kleinpolen (Małopolska) nach Norditalien. Konkrete Beträge nenne ich nicht, weil sich die Frachtraten von Woche zu Woche ändern. Richtwerte für Strecken innerhalb Polens finden Sie im Beitrag Inlandstransport in Polen: Preis pro km im Jahr 2026.
6 Europaletten à 400 kg
- Fläche: 6 x 0,4 = 2,4 LDM, also ca. 18 % der Ladefläche.
- Tatsächliches Gewicht: 2.400 kg.
- Frachtpflichtiges Gewicht: 2,4 x 1.500 = 3.600 kg oder 2,4 x 1.850 = 4.440 kg.
Ein Sammelgut-Frachtführer rechnet 3.600 oder 4.440 kg ab, nicht 2.400 kg, weil die Paletten im Verhältnis zum belegten Platz leicht sind. Trotzdem gewinnt LTL hier deutlich: Bei FTL würden Sie 13,6 LDM bezahlen, von denen 11,2 LDM leer mitfahren.
Lässt sich die Ware zweilagig stapeln, belegen die Paletten 3 Stellplätze am Boden, also 1,2 LDM. Das frachtpflichtige Gewicht sinkt dann auf 1.800 kg (bei 1.500 kg/LDM) und liegt unter dem tatsächlichen Gewicht, abgerechnet werden also 2.400 kg. Eine einzige Angabe im Auftrag senkt die Berechnungsgrundlage um ein Drittel.
18 Europaletten à 600 kg
- Fläche: 18 x 0,4 = 7,2 LDM, also mehr als der halbe Auflieger (die Hälfte sind 6,8 LDM).
- Tatsächliches Gewicht: 10.800 kg, ca. 45 % von 24 t Nutzlast.
- Frachtpflichtiges Gewicht: 7,2 x 1.500 = 10.800 kg oder 7,2 x 1.850 = 13.320 kg.
Hier ist die Antwort nicht eindeutig. Für ein Sammelgutnetz ist das eine große Sendung, die oft individuell kalkuliert wird. Im FTL-Auflieger bleiben 6,4 LDM frei, also Platz für ca. 15 Europaletten, den Sie trotzdem bezahlen. Holen Sie zwei Angebote ein: eines für Sammelgut oder Teilladung und eines für eine Komplettladung. Bei wertvoller oder zerbrechlicher Ware oder einem festen Entladezeitfenster wiegt der Unterschied bei Laufzeit und Umschlagrisiko oft schwerer als der Preisunterschied.
Wann lohnt sich FTL und wann LTL?
Die folgenden Schwellenwerte stammen aus der Speditionspraxis, nicht aus Vorschriften oder einer einzelnen Preisliste:
- bis ca. 5-6 LDM (12-15 Europaletten) und einige Tonnen gewinnt meist Sammelgut,
- zwischen ca. 6 und 10-12 LDM sollten Sie Teilladung und ganzen Lkw vergleichen,
- ab ca. 10-12 LDM (25-30 Europaletten) oder bei einem Gewicht nahe 24 t bucht man FTL, weil die Sendung ohnehin fast das ganze Fahrzeug blockiert.
Die Grenze verschiebt sich in beide Richtungen. Zu FTL greifen Sie früher, wenn die Ware zerbrechlich oder teuer ist, eine konstante Temperatur braucht, ungewöhnliche Maße hat oder der Empfänger ein starres Entladezeitfenster vorgibt. Sammelgut lohnt sich selbst bei größerem Volumen, wenn der Termin flexibel ist und wöchentliche Sendungen an viele Empfänger gehen.
Auch das Gewicht zählt. 13 Paletten Getränke à 1.000 kg belegen nur 5,2 LDM, wiegen aber 13 t. Im Sammelgut wird daher nach dem tatsächlichen Gewicht abgerechnet, während derselbe Sattelzug bei FTL noch ca. 11 t zuladen könnte. Bei schweren Ladungen rechnen Sie Meter und Tonnen immer gleichzeitig.
Was gehört in eine FTL- oder LTL-Anfrage?
Vergleichbare Angebote erhalten Sie, wenn Ihre Anfrage Anzahl und Maße der Ladeeinheiten, das Bruttogewicht, die Stapelbarkeit, die Adressen mit Postleitzahl, die Be- und Entladezeitfenster sowie die Art der Rampe oder des Staplers auf beiden Seiten enthält. Fragen Sie bei hochwertiger Ware nach der Versicherung: Bei Antrans BiS sind Aufträge durch eine Warentransportversicherung (Cargo) bis 300.000 EUR je Schadensfall abgedeckt. In jeder Phase des Transports haben Sie einen festen Disponenten, der für den Auftrag verantwortlich ist.
Häufige Fragen
Was bedeutet FTL im Transport?
FTL ist die Abkürzung für Full Truck Load, also Komplettladung. Der gesamte Auflieger ist für einen Auftraggeber reserviert, und die Ware fährt ohne Umschlag direkt vom Versender zum Empfänger. Bezahlt wird das ganze Fahrzeug, unabhängig davon, wie viel Platz die Ladung einnimmt.
Was ist der Unterschied zwischen FTL und LTL?
Bei FTL buchen Sie ein ganzes Fahrzeug exklusiv, bei LTL zahlen Sie nur für die belegten Lademeter oder Paletten und teilen sich den Auflieger mit anderen Versendern. LTL ist bei kleinen Sendungen günstiger, dauert aber länger und erfordert Umschlag in Terminals. FTL ist schneller und schonender für die Ware und lohnt sich bei großen oder eiligen Ladungen.
Was ist Sammelgutverkehr?
Sammelgutverkehr ist der Transport von Sendungen, die kein ganzes Fahrzeug füllen, meist von einigen Paletten. Der Anbieter bündelt die Sendungen vieler Versender in einem Lkw und verteilt sie über ein Netz von Terminals. In der Branche spricht man auch von LTL oder Groupage.
Wie viel ist 1 LDM?
1 LDM ist ein Meter Auflieger-Länge über die volle Breite, die mit 2,4 m angesetzt wird, also 2,4 m² Ladefläche. Eine Europalette belegt 0,4 LDM, 1 LDM entspricht also 2,5 Europaletten. Ein Standardauflieger hat 13,6 LDM.
Wie berechnet man LDM?
Multiplizieren Sie Länge und Breite der Grundfläche der Ladung in Metern und teilen Sie das Ergebnis durch 2,4. Eine Europalette mit 1,2 x 0,8 m ergibt 0,4 LDM, eine Industriepalette mit 1,2 x 1,0 m ergibt 0,5 LDM. Sind die Paletten stapelbar, zählt nur die belegte Bodenfläche.
Wie viele Kilogramm entspricht 1 LDM bei Sammelgut?
Das hängt vom Frachtführer ab, denn jedes Unternehmen nennt den Umrechnungsfaktor in seiner Preisliste oder seinen Geschäftsbedingungen. In polnischen Tarifen findet man 1.500 kg pro 1 LDM, im internationalen Groupage-Verkehr auch 1.850 kg. Abgerechnet wird der höhere Wert: das tatsächliche oder das frachtpflichtige Gewicht.
Quellen
- Raben Logistics Polska, Anlage Nr. 4: Vergütung des Frachtführers (frachtpflichtiges Gewicht, 1 Lademeter = 1.500 kg)
- JAS-FBG, Frachttabelle SKP, gültig ab 22. April 2025 (1 LDM = 1.500 kg)
- Exfreight, What is a loading meter (LDM-Formel, 1.850 kg pro 1 LDM)
- DSV, Standard-Curtainsider: Maße und Nutzlast
- EPAL, EPAL-Europalette (Maße 1200 x 800 mm)
- TimoCom, Transportlexikon: FTL (Full Truck Load)
Sie haben ein paar Paletten oder einen ganzen Lkw zu versenden und wissen nicht, was günstiger ist? Beschreiben Sie die Ladung im Angebotsformular im Kundenbereich, kreuzen Sie FTL, LTL oder Palettentransport an, und ein Disponent kalkuliert die passende Variante für Ihre Strecke. Während der Geschäftszeiten antworten wir in der Regel innerhalb von 60 Minuten, Anfragen nehmen wir auch telefonisch unter +48 666 666 863 entgegen.

Geschäftsführer | Antrans BiS, Olkusz
Sebastian Szklarczyk leitet seit mehr als 15 Jahren die Entwicklung von Antrans BiS, einem Transportunternehmen, das Transporte in ganz Europa durchführt. Er begann als Leiter der Speditionsabteilung und sammelte dabei praktische Erfahrung in der Organisation internationaler Transporte und im Flottenmanagement auf europäischen Strecken.
Als Geschäftsführer verantwortet er die strategische Leitung eines Unternehmens, das jährlich mehr als 21.000 Transporte auf seinen wichtigsten Relationen durchführt: Polen-Italien, Polen-Deutschland, Polen-Österreich, Spanien, Benelux und Skandinavien. Unter seiner Führung hat Antrans BiS die Flotte auf 220 eigene Fahrzeuge und Partnerfahrzeuge ausgebaut und eine Lieferpünktlichkeit von 98 % erreicht.
Fachgebiete: internationale FTL-Transporte in ganz Europa, Automotive- und FMCG-Logistik, Optimierung europäischer Routen, Straßenverkehrsvorschriften und Fahrverbote in der EU sowie Transportdokumentation (CMR, VAT-UE, INTRASTAT).
Im Blog von Antrans BiS vermittelt er praxisnahes Wissen über internationale Spedition, Transportvorschriften und die betriebswirtschaftlichen Aspekte der Führung eines Transport-, Speditions- und Logistikunternehmens in verschiedenen europäischen Ländern.




